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Ein Teller voller Kirschen
Ein Teller voller Kirschen

Kirsche

Die rote Versuchung in süß und sauer
Systematik
Wissenschaftlicher Name: Prunus avium // cerasus
Englischer Name: Cherry
Weitere Namen: Kriesbeer, Kerrsche, Kers, Chriesi
Ordnung: Rosenartige (Rosales)
Familie: Rosengewächse (Rosaceae)
Unterfamilie: Spiraeoideae
Tribus: Steinobstgewächse
Gattung: Prunus
Saison: Juli - August
  • Wasser 82,8%
  • Kohlenhydrate 13,3%
  • Proteine 0,9%
  • Fette 0,3%
  • Rohfaser 1,3%

Rote Kirschen für die Liebe

Kirschen werden allgemein gerne mit dem "Verliebtsein" in Zusammenhang gebracht, was vermutlich an ihrer Farbe und dem süßen Geschmack liegt. Doch auch die Tatsache, dass Kirschen stets als "Pärchen" am Baum auftreten, dürfte eine Rolle für dieses Image spielen. Doch sind längst nicht alle Kirschen süß im Geschmack. Die beiden häufigsten Sorten, die Süßkirsche (Vogelkirsche) und die Sauerkirschen, bilden sogar einen Kontrast, der vermuten lassen kann, dass es sich hier nicht einmal um die selbe Frucht handelt. Das Spektrum der Kirschsorten zwischen diesen beiden extremen ist so vielfältig wie das Vorkommen der Kirsche selbst. Sie kann fast überall wachsen und ist sehr genügsam.

Nährwertangaben

Menge pro 100 Gramm

Kalorien 50
Fettgehalt 0,3 g
Gesättigte Fettsäuren 0,1 g
Mehrfach ungesättigte Fettsäuren 0,1 g
Einfach ungesättigte Fettsäuren 0,1 g
Cholesterin 0 mg
Natrium 3 mg
Kalium 173 mg
Kohlenhydrate 12 g
Ballaststoffe 1,6 g
Zucker 8 g
Protein 1 g

Ursprung & Herkunft

Gesundheit

Wissenswertes

Zubereitung

Lagerung

Arten & Sorten

Ursprung & Herkunft

Erstmals schriftlich erwähnt wurden Kirschen um 300 v. Chr. von dem griechischen Philosophen Theophrast. Die damaligen Speisekirschen sollen aus wild wachsenden Vogelkirschen hervorgegangen sein, die schon den Steinzeitmenschen bekannt waren. Ungefähr 100 n. Chr. gelangten die ersten Süßkirschen nach Europa. Die bislang ältesten gefundenen Sauerkirschkerne stammen aus der Zeit der Römer und wurden in Pfahlbauten am Bodensee und bei Homburg v. d. Höhe entdeckt.

Kirschen werden grundsätzlich nicht dem Kern- sondern dem Steinobst zugeordnet und unterteilt sich in unzählige Sorten.

Ihren Namen hat die Kirsche von dem römischen Feldherrn und Feinschmecker Licinius Lucullus erhalten. Er brachte die ersten Süßkirschenbäume aus der türkischen Hafenstadt Kerasos mit nach Rom. Aus dem Namen "Kerasos" wurde das lateinische "cerasus", daraus das französische "cerise" und anschließend durch eine kontinuierliche Verschiebung der Laute die "Kirsche".

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Gesundheit

Der ungewöhnliche Mix aus Mineralstoffen und Vitaminen hat dafür gesorgt, dass Kirschen als Naturmedizin anerkennt sind. Sie wirken entschlackend, regenerierend, stärken die Sehleistung und schützen die Zähne vor Parodontose und Karies.

Süße Kirschen können einem bei Magenübersäuerung helfen, während Sauerkirschen förderlich für die Gesundheit von Leber und Nieren sind. Da Süßkirschen allerdings einen der höchsten Traubenzuckeranteile im Reich der Früchte besitzen, sollten Diabetiker nicht mehr als 80g pro Portion konsumieren.

Aus den Stielen der Sauerkirschen lässt sich ein Tee aufbrühen, der blutstillende, entzündungshemmende und harntreibende Wirkungen aufweist.

Das bekannte Kirschkörnerkissen (bis zu 800g Kirschkerne in einem Stoffsäckchen) kann erhitzt (60-80 Grad) werden, um Verspannungen im Nacken zu lösen oder auch Völlegefühle abbauen, wenn man es sich auf den Bauch legt. Auch gekühlt ist das Kirschkissen nützlich, da es bei Verstauchungen und anderen Sportverletzungen entzündungshemmend und abschwellend wirkt.

Wissenswertes

Das japanische Kirschblütenfest "Hanami"

Die kleine und zarte Blüte der Kirsche hat in Japan eine sehr große Bedeutung. Nach dem tristen und grauen Winter kündigen die Blüten mit ihrem zarten blassrosa farbenen Äußeren den Frühling im ganzen Land an. Die großen Hanami-Feiern lassen sich bis ins 12. Jahrhundert zurück verfolgen. Zu dieser Zeit trafen sich die kaiserlichen Höflingen unter den Kirschenbäumen für ihre Poesiedarbietungen. Sie ließen es sich jedoch nicht nehmen einige Momente der Bewunderung für die ansehnliche Kirschblüte, die auch in Europa unter dem Namen "Sakura" immer bekannter wird, aufzubringen. Auch aus diesem Grund sind tausende japanischer Gedichte, Gemälde und Schriften von der Kirschblüten inspiriert.

Das Land befindet sich während des Kirschblütenfestes in solch einer Euphorie, dass selbst die strengen japanischen Benimmregeln für einige Zeit in den Hintergrund rücken. Wer also eine Reise auf die bergigen Inseln plant, dem sei die Zeit des Kirschblütenfestes von Ende März bis Anfang Mai ans Herz gelegt.

 

Sonstiges

Sauerkirschbäume gelten als anspruchlosestes einheimisches Obstgehölz, da sie selbst auf mageren und nährstoffarmen Boden bei Schatten volle Erträge erzielen.

Süßkirschen sind durchweg Kalorien- und vitaminhaltiger als Sauerkirschen.

Zubereitung

Kirschen werden in der Regel frisch verzerrt, aber sie eignen sich auch ideal zur Herstellung von Alkohol, Eis, Kompott, Kaltschalen, Konfitüre, Kuchen (die berühmte Schwarzwälder Kirschtorte), Saft oder anderen Süßspeisen. Beliebt sind auch heiße Sauerkirschen als Beigabe zu Vanilleeis mit Sahne. Wenn die Kirschen vorher mit Zucker, Zimt, Salz, Rum, Rotwein und Zitronensaft verfeinert werden, erwartet den Kirschenfreund ein wahrer Gaumenschmaus.

Nachdem man die Kirschen genossen hat, sollte man auf keinen Fall Wasser trinken, da dies zu sehr starken Bauchschmerzen führen kann. 

Lagerung

Trocken und kühl lassen sich frisch geerntete Kirschen noch 3-5 Tage aufbewahren. Je mehr Temperaturschwankungen sie ausgesetzt sind, desto schneller verderben sie. Tiefgekühlt lassen sie sich allerdings bis zu 10 Monate lagern und verlieren noch nicht einmal viel ihres Aromas.

Arten & Sorten

Kirschen gibt es in unzähligen Sorten und Arten, wobei die Sauerkirsche und Süßkirsche (Vogelkirsche) die bekanntesten sind. An dem Namen lässt sich bereits erkennen, dass der wesentlich Unterschied zwischen den beiden Sorten der jeweilige Geschmack ist. Grundsätzlich handelt sich um zwei verschiedene Unterarten der Kirsche aus der Familie der Rosengewächse, die sich wiederum in mehrere Hundert verschiedene Sorten aufteilen lassen. Ein sehr bekannter Vertreter der Süßkirsche ist beispielsweise die Amarena-Kirsche. Die Sauerkirsche enthält mehr Fruchtsäure und eignet sich daher eher zum Kochen, Backen und Einmachen. Die Süßkirsche wird aufgrund ihres süßen Aromas vor allem roh verzehrt. 

Als Süßkirsche bezeichnet man die verschiedene Kulturformen der wilden Vogelkirsche, wie zum Beispiel die Knorpelkirsche mit festem, süßem Fruchtfleisch oder die Herzkirsche, die ein weiches, saftiges und ebenfalls süßes Fruchtfleisch besitzt. Insgesamt gibt es etwa 500 verschiedene Süßkirschensorten. Ein Süßkirschen-Baum kann zwischen 15 und 30 Metern hoch werden, doch bleiben die Bäume im industriellen Anbau deutlich kleiner, um die Ernte und Kulturmaßnahmen an den Bäumen zu erleichtern.

Sauerkirschen wachsen auf Bäumen oder Sträuchern, die allerdings auch in freier Natur nur bis zu 10 Meter hoch werden. Insgesamt existieren 250 unterschiedliche Sorten Sauerkirschen, mit der Schattenmorelle als bekanntestem Vertreter.

Neben Süßkirschen und Sauerkirschen gibt es außerdem noch Kreuzungen beider Sorten: Sogenannte "Bastardkirschen" vereinen Merkmale beider Bäume. Diese Kirschen zeichnen sich durch ein süß-säuerliches Mischaroma aus, aber werden auch weniger auf dem Markt nachgefragt. Die Sorte "Königin Hortensee" stellt ein ganz besonderes geschmackliches Erlebnis dar, doch ist von den Erträgen her eine der weniger lukrativen Bastardkirschen.

Sauerkirschen
Süßkirschen

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